Herbstzeit – Maukezeit

 

Mauke

Herbstzeit = Maukezeit?

 

Der Sommer scheint vorbei… Nun ja, eigentlich war er dieses Jahr kaum gesehen und die Weiden glichen zeitweise eher Feuchtbiotopen. Unsere Störche zumindest hat es gefreut. Die haben wir viel bei der Futtersuche beobachten können.

Was uns Pferdebesitzer nicht so gefreut hat, war, dass die Maukesaison in diesem Jahr dadurch recht früh begonnen hat.

Wer kennt es nicht: die stressgeplagten Pferdebesitzer von Pferden mit weißen oder Puschel-füßen, die peinlichst genau täglich an den Fesseln ihrer Pferde rumdoktern, bloß nicht einen Tag auslassend.

Und wenn doch, wächst sie wieder: die Kruste!

Ich war bislang von diesem Fluch verschont, hat Schnuppi doch schwarze Füße und nur etwas Behang. Bislang schreib ich, denn der Hase hat ganze drei weiße Füße und nach ein paar Tagen Feuchtbiotop hatte sich dort auch verräterische Kruste gebildet.

Doch nicht nur bei ihm, dieser Fluch lag auf sämtlichen Ställen der Gegend und ich stellte in dieser Zeit fest, dass Mauke im Anfangsstadium von vielen als Dreck oder kleine Verletzung fehlerkannt wird.

Da ja nun meteorologisch zumindest vielerorts in Deutschland der Herbst ausgebrochen ist, dachte ich ist es Zeit darüber mal etwas mehr zu schreiben, damit dieses Elend schneller erkannt und behandelt wird.

Was ist denn eigentlich Mauke?

Mauke nennt man eine bakterielle Entzündung der Haut an den Gliedmaßen. Hauptsächlich tritt sie in der Fesselbeuge auf, kann jedoch auch an anderen Stellen auftreten. Verläuft sie oberhalb des Fesselgelenks, nennt man das ganze Raspe.

Mauke kann die unterschiedlichsten Ursachen haben, tritt gehäuft jedoch im Herbst und Winter auf, wenn es allerorten recht feucht ist. Das liegt nicht daran, dass Matschausläufe Mauke verursachen, sondern dass aufgeweichte Haut Ihre Barrierefunktion nicht aufrechthalten kann und Bakterien ungehindert durch kleine Risse in die Haut eindringen können. Aber auch die Herbstgrasmilbe kann den Pferdebeinen zusetzen und helfen Bakterien Tür und Tor zu öffnen.

Grundsätzlich jedoch kann man sagen, dass sehr wahrscheinlich ein angegriffenes Immunsystem eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Mauke spielt. Dieses sollte man bei der Therapie nicht außer acht lassen und die Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem abstellen.

Mögliche Ursachen für ein geschwächtes Immunsystem:
  • Stress, z.B. durch einen Umzug
  • fütterungsbedingte Mängel, hauptsächlich Zink
  • falsche Fütterung, z.B. zuviel Eiweiß und Fruktan, Heu und Heu-oder Silage minderer Qualität

Tatsächlich kann man nicht alles abstellen. Wurde ein Pferd gerade in eine neue Herde integriert, bedeutet dies nun einmal Stress und das Immunsystem braucht immer etwas Zeit um sich auf Neues einzustellen. So beispielsweise auch bei einer Fütterungsumstellung.

Deshalb solltest du immer darüber nachdenken, ob sich für dein Pferd in letzter Zeit etwas verändert hat, bevor es die Mauke bekam und auch wie du ihm, seinem Darm und dadurch seinem Immunsystem helfen kannst. Denn das unspezifische Immunsystem ist im Darm zu finden und deshalb ist eine intakte Darmflora so wichtig.

Woran erkennt man Mauke?

  • rote Haut, kahle Stellen
  • Krustenbildung
  • geschwollene, warme Beine
  • Lahmheit

Am Anfang erkennst du eventuell eine leicht gerötete Haut; recht schnell fällt das Fell an der betroffenen Stelle aus. Im folgenden kommt es zur Krustenbildung. Zuerst sieht es nur aus wie ein Fleck oder die Kruste einer kleinen Verletzung. Diese Kruste breitet sich jedoch rasant aus und wird sehr hart. Die darunter liegende Haut wird weiter angegriffen; es können sich Bläschen bilden. Dieser Prozess ist für das Pferd schmerzhaft und kann zu warmen, geschwollenen Beinen und Lamheiten führen. Da die Ausscheidungen von Bakterien giftig sind, kann das ganze ein schlechtes Ende nehmen, wenn es nicht behandelt wird.

Wie wird Mauke nun behandelt?

 

Die Krusten müssen weg!

Alleine dieser Punkt führt viele Pferdebesitzer in die Verzweiflung; denn das ist leichter gesagt als getan. Du solltest hier nicht einfach rumpulen, denn das schädigt die darunter liegende Haut noch mehr und tut eurem Pferd ausserdem weh.

Vom Tierarzt bekommt man häufig gesagt: mit Jodseife und etwas Wasser aufschäumen und einweichen lassen, einmassieren und Krusten lösen, abwaschen und trocknen.

Die Jodseife hilft natürlich bei der Wunddesinfektion; bei meinem Pferd löste sich die Kruste allerdings null. Egal wieviel und wie lange ich einweichte. Ausserdem gefiel ihm das Prozedere nicht und tat weh.

Es musste also eine andere Methode her.

Wir versuchten es mit einer Salbe, salicylsäurehaltig 6% auf einer Zinksalbengrundlage (Melkfett geht wohl auch) auf Rat meiner Tierärztin in der hiesigen Apotheke angemischt.

Damit muss man nur gut aufpassen, dass man diese wirklich nur auf die Krusten aufträgt, denn die Salbe reizt die Haut auch sehr. Ich habe immer sehr darauf geachtet, dass die umliegenden Hautbezirke nichts abbekamen und wo die Kruste schon ab war andere Salbe zuerst aufgetragen, um diese Stellen zu schützen.

Ich bekam auch diverse andere Tipps, z.B. Ballistol, Kokosöl etc. Schlussendlich muss man ausprobieren, was am besten bei deinem Pferd funktioniert. Nur bitte nicht wild durcheinander.

Beim Hasen brachte durchschlagenden Erfolg erst die günstige Fesselpflege von Derby.

Sind die Krusten ab und die Herbstgrasmilbe wird als Bösewicht verdächtig, wird ein Antimilbenmittel aufgetragen.

Ansonsten wird desinfiziert und die geschädigte Haut geschützt, z.B. mit einer Salbe, die medizinischen Honig enthält und die Haut schützen und regenerieren soll.

In unserem Fall hat sie Mielosan gute Dienste geleistet, aber die Fesselpflege ist um ein vielfaches günstiger und war auch nicht wirklich schlechter.

Dieses sind nun meine Erfahrungen und da jedes Pferd individuell ist, kann es sein, dass ihr mit anderen Mitteln die besten Erfahrungen macht.

Abgesehen davon, dass  die Mauke behandelt wird, solltest du dafür sorgen, dass nicht weiter Bakterien ungehindert eindringen können. Sprich:

„Runter von der Matschweide oder raus aus der siffigen Box“ Das Pferd braucht einen trockenen, sauberen Untergrund.

Es ist klar, dass ich das seit Jahren robustgehaltene Offenstallpferd nicht von den Weidekumpels trennen und zur Boxeneinzelhaft verdonnern kann. Damit tust du weder dir noch deinem Pferd einen Gefallen.

Das ganz sollte im Rahmen des Möglichen liegen; vielleicht gibt es eine etwas höhergelegene Weide, wo die Pferde auch trockene Bereiche haben.

Tu etwas für das Immunsystem des Pferdes:

 

Achte auf qualitativ hochwertiges Futter,

schau ob es Mängel gibt bzw. lass den TA einen großen Bluttest machen und gleich vorhandene Mängel aus.

Wenn die Mauke in den Zeitraum des Fellwechsel fällt, ist ein Zinkmangel wahrscheinlich. Trotzdem macht es Sinn, das mal abzuklären statt dem Pferd auf Verdacht tausend Mittelchen ins Futter zu mischen

Weitere Möglichkeiten:

Prebiotika, z.B. Fermentgetreide, EM (kann auch auf den Maukestellen angewandt werden) o.ä. Für die Darmflora

Homöopathika: Als wichtigste Maßnahme wäre ein Konstitutionsmittel zu geben, falls ihr das Eures Pferdes kennt in einer hohen Potenz. Eine einmalige Gabe kann durchaus einige Wochen vorhalten.

Als Akutmittel kämen in niedrigerer Potenz in Frage: Silicea, Graphites, Sulfur oder Thuja.

Ich freue mich auf deinen Kommentar:

Was tust du bei Mauke? Was hat bei deinem Pferd den Erfolg gebracht?

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Maukebehandlung!

Deine

Nicole

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